Mehr Mut zum naturnahen Garten

Ziergarten oder Nutzgarten, Bauerngarten oder Steingarten – die Entscheidung bei der Gartengestaltung fällt nicht immer leicht. Ein naturnaher Garten ist jedenfalls sowohl ein kleines Paradies für den Menschen als auch Refugium für wildlebende Tiere und Pflanzen.

Ein Vorschlag des Kreis-Fachbereichs Natur und Umwelt lautet daher: Wie wäre es, den Garten auch im Hinblick auf die bedrohte Tier- und Pflanzenwelt zu gestalten? Immerhin ist die Gesamtfläche aller Gärten im Land viermal größer als die Fläche der Naturschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen.

Peter Driesch, Leiter der unteren Naturschutzbehörde, kennt und nennt einige Tipps für den natürlich schönen Garten. So können kleine Flächen geschaffen werden, die Schmetterlingen, Bienen, Hummeln und anderen Insekten als „Futterplatz“ dienen, Nistmöglichkeiten und Unterschlupf für Singvögel und Spitzmäuse bieten oder Tieren das Abtauchen ins Wasser erlauben. Alte Mauern sind z.B. bei Eidechsen begehrte Anlaufpunkte, dicht gepflanzte Hecken begeistern unter anderem den Zaunkönig, und im Laub igelt sich bekanntlich ein kleines Stacheltier gerne ein.

Ein weiterer Tipp des Kreis-Naturschutzexperten lautet: Alte Obstbäume auf keinen Fall fällen! Sie dienen nicht nur Höhlenbrütern als Nistplatz, sondern bieten z.B. Fledermäusen Unterschlupf und Sicherheit. Natürlich wertvoll und optisch einfach schön ist ein kleiner Tümpel oder Teich. Wer die flachen Ufer mit Sumpfdotterblume, Binsen oder Rohrkolben bepflanzt, braucht nicht lange auf Gäste wie Libellen, Wasserkäfer oder Frösche zu warten.

Verzichten sollte man im naturnahen Garten auf den Einsatz von Giften, denn ungebetene Gäste werden von Meisen, Rotkehlchen, Zaunkönigen, Igeln, Fröschen, Kröten oder Marienkäfern tierisch gut beseitigt. So befreit ein Meisenpaar Büsche und Bäume täglich von etwa 1.000 Schädlingen, um seinen Nachwuchs satt zu kriegen. Und der Igel kennt bei Mäusen, Schnecken und schädlichen Insekten kein Pardon.

Selbstverständlich gilt: Der Bewuchs für den Naturgarten muss aus dem reichhaltigen Sortiment eines Pflanzenhandels stammen und nicht aus der ohnehin schon gefährdeten freien Natur.

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