Ladies-Jazznight im Almrausch: Nachwuchskünstlerin und Jazz-Diven überzeugten

Man hätte getrost die Veranstaltung am vergangenen Freitag im Overberger Almrausch „Bergkamener Ladies-Jazznacht“ nennen können. Denn drei Frauen drückten diesem letzten Konzert in der Nordbergstadt im Rahmen von „Take 5 – Jazzfestival in der Hellwegregion“ ihren Stempel auf.

Fay Claassen mit dem Trio Peter Beets im Almrausch

Zunächst betrat die junge Sängerin Johanna Schmoll aus Osnabrück die Bühne des Almrausch-Veranstaltungssaals. Sie erhielt als Nachwuchskünstlerin die Chance, sich im „Vorprogramm“ zu präsentieren. Angekündigt war, dass sie vom Keyboarder Matthias Banse, ebenfalls Osnabrück, begleitet werden sollte. Doch er brachte gleich seine Band „More ist More“ mit. Ein Glücksfall, denn die Jazz-Standards, die die Osnabrücker spielten, erklangen frisch aufpoliert.

Apropos Klang: Hier leistete der Tonmeister ganze Arbeit, saubere und differenzierte Töne mithilfe relativ kleiner, aber im Saal verteilten Lautsprechern ins Publikum zu bringen. Von dieser angenehmen Akustik, die den Besuchern nicht die Ohren zudröhnte, profitierte auch das Karin-Hatzel-Quartett, das man getrost auch als kleine Haus-Band des Take 5-Jazzfestivals bezeichnen kann. Die vier Musiker sind in diesen rund sechs Wochen gut beschäftigt. Den Bass zupfte mit Uli Bär der Festival-Hauptorganisator.

Karin Hatzel Quartett

Ein Spaßvogel meinte am Freitagabend, da oben auf der Bühne spielten auf der Bühne Vertreter der Bergkamener und Unnaer Musikschule. In gewisser Weise stimmt das, denn Karin Hatzel ist in Bergkamen Saxophon-Lehrerin und bei Sven Bergmann kann man lernen, Klavier bzw. den Flügel jazzig zu spielen. Dass sie wie auch Martin Siehoff am Schlagzeug MeisterInnen an ihren Instrumenten sind, zelebrierten sie an Stücken u.a. von Thelonious Monk. Wayne Shorter, Charlie Parker, John Abercrombie und eigenen Kompositionen.

Einige Experten zählen Fay Classen aus den Niederlanden zu den Jazz-Diven. Warum, zeigte die Sängerin in einem äußerst dynamischen und swingenden Zusammenspiel mit dem „Trio Peter Beets“. Dieses Quartett harmoniert wohl auch deshalb so gut, weil sich Fay Classen und das Trio seit vielen Jahren aus der gemeinsamen Arbeit im Jazz Orchestra des Concertgebouw in Amsterdam kennen. Und noch eine Erkenntnis brachte dieses in jeder Hinsicht erquickende Konzert: Jazz lässt sich auch gut in Holländisch singen. Fay Classen interpretierte den Jazz-Hit von Rita ReysZon In Scheveningen“ (Sonne über Schveningen). Und auch das hörte sich sehr gut an und bot einen schönen Kontrast zu den bayrisch blau-weißen Rauten links und rechts neben der Bühne.

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