„Geschichtsforscher“ aus der 5a des Gymnasiums erleben das römische Lagerleben

Auf einer eintägigen „Forschungsreise“ ins Stadtmuseum Bergkamen tauchte die Klasse 5a des Städtischen Gymnasiums Bergkamen in das Alltagsleben im Römerlager Oberaden ein.

Spielebasteln im Stadtmuseum. Foto: Gymnasium

„Konnten die römischen Wachmänner ihre Feinde auch im hohen Gras sehen?“, „Warum trugen die Römer immer Sandalen?“- wissbegierig lauschten die 24 Schülerinnen und Schüler der 5a des SGB der Museumsmitarbeiterin Lena Lewald und zeigten ihr großes Interesse mit vielen Fragen zu allen Themen, die auf der Führung durchs Museum zur Sprache kamen. Fast mucksmäuschenstill war es dann auch, als die Kinder im Soldatenzelt saßen und Lewald lebhaft vom Speiseplan des Legionärs berichtete, der trotz langer Märsche und harter Kämpfe in der Regel mit nur einem Kilo Dinkelkörnern pro Tag auskommen musste und – so Fortuna einem hold war – vielleicht etwas Gemüse zusätzlich bekam.

Im Anschluss an die abwechslungsreich und anschaulich gestaltete Führung, die der Klasse einen guten Überblick über das Leben im Römerlager bot, durften die Kinder feststellen, dass ihre eigenen Spielgewohnheiten sich gar nicht so sehr von denen der Kinder im alten Rom unterscheiden – Gesellschafts- und Geschicklichkeitsspiele erfreuten sich damals wie heute großer Beliebtheit. Mit Feuereifer machten sich dann auch alle Teilnehmer der Forschungsreise daran, ein eigenes Mühlespiel nach römischer Art aus einem Stück festen Stoffes herzustellen und auszuprobieren, welches sie ihrem Klassenlehrer Peter Sundermann hinterher stolz präsentierten.

Doch auch das Soldatenleben selbst konnten die Schüler noch einmal praxisnah erkunden: Auf einem viertelstündigen Marsch ging es vorbei an Infotafeln, an denen Lewald den Forschern der 5a jeweils kurz Wissenswertes vermittelte und damit weitere interessierte Fragen aufwarf, wie etwa „Was passiert, wenn ein römischer Soldat jetzt unbedingt einen Bart tragen will?“ – ein Ding der Unmöglichkeit, das den Schülern zeigte, in welch´ freiheitlicher Gesellschaft sie selbst leben.

Ziel des kleinen Marsches war die Holz-Erde-Mauer, von der aus man sich ganz wie ein echter Wachposten fühlen konnte – versteckt hinter hölzernen Zinnen in feuchtkaltem germanischem Frühlingsklima. Doch für echte Forscher war die Erkundungstour hiermit nicht beendet – es galt auch noch, sich in der Praxis des römischen Bogenschießens zu üben, einer ernsthaften Tätigkeit, die jedoch bei allen Beteiligten trotz der Kälte für leuchtende Augen und wirklich vorbildliches Verhalten sorgte.

Nach dem anschließenden Gewaltmarsch zurück zum Gymnasium ganz in der Manier antiker Legionäre mit Marschgepäck und im Stechschritt, waren sich alle einig: „Ein wirklich toller Tag!“, für den die 5a und ihre begleitenden Lehrer sich herzlich beim Stadtmuseum und seinen Mitarbeitern bedanken.

Verteidigung der Holz-Erde-Mauer. Foto: Gymnasium

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