Gehen Bürgerinitiativen für und gegen die L 821n jetzt aufeinander zu?

Vorsorglich hatte die Polizei einen Streifenwagen zum Restaurant „Olympia“ geschickt, doch die Beamten hatten am Mittwochabend einen ruhigen Job. Eingeladen hatte die Bürgerinitiative „L 821n Nein“ zu einer Informationsveranstaltung. Unter den rund 150 Besuchern befand sich auch eine kleine Delegation der Befürworter des Baus der Umgehungsstraße von der Lünener Straße bis zur Erich-Ollenhauer-Straße. Zu einer Konfrontation kam es aber nicht – auch nicht zu einer verbalen.

Anja Lenz erläutert die Argumente dr BI gegen die L 821n, links daneben Rolf Humbach und Silvia Lippert vom BUND.

150 Besucher waren zur Info-Veranstaltung zum Bau der L 821n im Restaurant „Olympia“ gekommen.

Auch er fände es nicht gut, wenn durch den Straßenneubau die Natur und das Naherholungsgebiet zwischen Weddinghofen und Oberaden zerstört werde, erklärte der Vorsitzende der Bürgerinitiative „L 821n Jetzt!“ Thomas Schauerte. Allerdings seien die Verkehrsverhältnisse auf der Kamp- und Schulstraße für die Anlieger unerträglich. Falls die schnell positiv geändert werden könnten ohne Straßenneubau, sei ihm das nur recht.

Nach Überzeugung der Gegner des Straßenneubaus ist das sehr gut möglich. Anja Lenz von dieser Bürgerinitiative und der Vorsitzende der Bergkamener Grünen Rolf Humbach präsentierten einen 4-Punkte-Plan, dessen Umsetzung schnell und wesentlich kostengünstiger zu einer wesentlichen Verbesserung führen soll:

  • Erneute Gespräche mit Firmen (Bayer, Holzkontor) / Schüttung Halde großes Holz über die Anfahrtswege.
  • Eine Geschwindigkeitsreduzierung von Tempo 50 auf 30. Dadurch kann, bei deren Einhaltung, eine Halbierung des subjektiven Lärmpegels erreicht werden (Studie der Welt-Gesundheit-Organisation).
  • Weitere lärmmindernde bauliche Verbesserungen der Jahn.- und Schulstraße (Beseitigung von Straßenschäden, Parkbuchten, Radwege, schmalerer Straßenquerschnitt).
  • Förderung des nachträglichen Einbaus von schallisolierten Fenstern in den angrenzenden Häusern. Laut Bebauungsplan ist dieses für neue Baumaßnahmen vorgeschrieben.

Humbach ergänzte diese Forderungen noch um einen Punkt: Lkw, die die Betriebsgelände von Bayer oder dem Holzkontor verlassen, sollen durch eine Anordnung gezwungen werden, an der K 16 (Erich-Ollenhauer- / Fritz-Husemann-Straße) nach links in Richtung Autobahnauffahrt A1 abzubiegen.

Ob sich die beiden Bürgerinitiativen aufeinander zubewegen und sich anschließend gemeinsam für Verbesserungen auf der Jahn- und Schulstraße einsetzen, wird sich vermutlich in der nächsten Woche zeigen. Dann wird sich nämlich intern die Bürgerinitiative „L 821n Jetzt!“ treffen. Thomas Schauerte sagte zu, dass dann auch über die Ergebnisse der Informationsveranstaltung am Mittwoch im Restaurant Olympia beraten werden soll.

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