Einsatz-Rekord auch für die Lebensretter in Mitte

Einsatz-Rekord auch für die Lebensretter der Einheit Mitte der Freiwilligen Feuerwehr. 169 Mal mussten sie 2017 ausrücken. „So viel wie noch nie“, waren sich alle bei der Jahresdienstbesprechung am Samstag einig. Ein zweifelhafter Rekord, geht es dabei doch immer auch um Menschenleben. 51 Kleinbrände führen die Statistik an. 29 Mal mussten die Feuerwehrleute Menschen in Not etwa aus hilflosen Situationen hinter verschlossenen Türen retten. 16 Ölspur-Einsätze, acht Wasserschäden, sechs Verkehrsunfälle, vier Einsätze bei Sturmschäden, drei Tiere in Not, zwei Gasauslösungen, ein Gefahrstoff-Einsatz und ein Großbrand: Die Zahlen lesen sich fast wie ein Krimi.

Geehrte und Beförderte der Einheit Mitte der Freiwilligen Feuerwehr mit Gratulanten aus Politik, Verwaltung und Wehrführung.

Dass dabei für die 41 aktiven Wehrleute der Einheit auch 1.820 Mannschaftsstunden freiwillige Zeit für andere Menschen investiert wurden, verblasst häufig hinter den Zahlen. Auch die Dramatik, die im Alltag steckt. Beim Kellerbrand in der Zentrumstraße standen im Januar beispielsweise 120 Menschenleben auf dem Spiel. Als ein altes Abbruchhaus in Flammen stand, musste nicht nur gelöscht werden, sondern auch eine komplette Straßensperrung durchgeführt, das Gebäude mit Wärmebildkameras nach Menschen abgesucht und das zugewucherte Gelände mit der Kettensäge freigeschnitten werden. Ein brennender Wohnwagen, Flammen im einem leerstehenden Gebäude in Methler, ein Rieseneinsatz in der Schlenke in Oberaden, der mit einem brennenden Auto begann und am Ende 32 Menschen aus akuter Lebensgefahr befreite: So sehen die Realitäten aus.

Weit mehr Zeit investieren die Feuerwehrkameraden aus Mitte ebenso wie alle anderen in ihre Ausbildung und in reguläre Dienste. So summiert sich die investierte Freizeit auf insgesamt 5.943 Stunden. Zeit, die nicht jeder zu opfern bereit ist. Anders ist das bei Christoph Druwe. Er hat gerade erst die Urkunde als Feuerwehrmann-Anwärter überreicht bekommen, ist erst vor kurzem in die Feuerwehr eingetreten. „Ich habe ständig meinen Nachbarn wie der Wind aus dem Haus stürmen sehen und ihn irgendwann gefragt, was denn eigentlich bei ihm los ist.“ Das Hobby des Nachbarn faszinierte ihn. Eines Tages ging er einfach mit und schaute sich den Ort an, wo so viel Freizeit investiert wird. Der gebürtige Stuttgarter war vor allem von einem begeistert: „Hier wird man gleich aufgenommen, sofort mit in die gemeinsamen Aktivitäten eingebunden.“ Außerdem engagierte er sich schon zuvor sozial und möchte das auch weiter tun. Die Feuerwehr ist dafür ideal. Christoph Druwe ist nicht der einzige, es gibt immerhin zwei Neuaufnahmen bei der Einheit in Mitte.

Energetische Sanierung mit neuen Toren, Türen und Fenstern, ein neuer Anstrich: Vieles hat sich für die Einheit auch äußerlich 2017 geändert. Was hübsch aussieht, enthält wiederum viel Freizeit und Engagement. Deshalb gibt es jetzt auch einen „Ehrenhausmeister“ mit Nachnamen Zeller, der hier zusammen mit Jeremy Bolle das Material in Ergebnisse umgewandelt hat. Demnächst sollen noch die neuen Spinde dazukommen. Im April wird das neue Löschfahrzeug erwartet, das speziell für Sturm- und Wassereinsätze konzipiert ist. Höhepunkt 2018 wird der Tag der offenen Tür am 16. Juni sein, der um 10 Uhr beginnt und neben Leistungsnachweisen der Feuerwehren des Kreises Unna auch Kinderprogramm, Cocktailbar und abends DJ-Unterhaltung umfasst. Zusammen mit den Familien wird es außerdem einen Tagesausflug in einen Freizeitpark geben.

116 Dienste runden die Statistik mit 1.738 planmäßigen und 1.649 außerplanmäßigen Teilnehmerstunden ab. Hinzu kamen 736 Stunden für Lehrgänge und Seminare. Lehrgänge auf Stadtebene absolvierten: Julia Böttcher (Truppmann Modul 4), Sebastian Kleimann, Felix Koepe, Kristine Koepe (Atemschutzgeräteträger), Kristine Koepe (Modul A – Grundlagen Motorsägenarbeit), Jeremy Bolle, René Buhrau, Jan Dunemann, Thomas Eisenhut, Jennifer Ganz, Marcel Kuhn, Dominic Niehus, Franziska Niehus (Absturzsicherung). Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene absolvierten: Marc Christoph Knehans (Dekontamination im ABC-Einsatz), Thomas Eisenut (Gerätewart Fortbildung), Dietmar Luft (Disziplinarvorgesetzte), Axel Urban (Einsatz-/Haftungsrecht), Marcel Kuhn (Gewalt gegen Einsatzkräfte), Marc Christoph Knehans (Ölschadenbeseitigung auf Straßenflächen), Annika Behnke (ABC I), Daniel Blietz und Marcel Grünzig (ABC I), René Buhrau und Marcel Kuhn (Brandverhaltenstraining) sowie J. Böckelmann (Vollmasken/Presslufthammer).

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