Kreis warnt vor „gemeinem Holzbock“: Gefahr durch Zeckenstich
Zecken können einem den Aufenthalt im Freien mehr als nur vermiesen. Die kleinen Blutsauger übertragen Viren und Bakterien, die schwere Erkrankungen verursachen können. Weil Bekleidung allein nicht ausreicht, gibt die Gesundheitsbehörde Tipps zum Schutz vor einem Zeckenstich.
Die Blutsauger sitzen auf Gräsern, Farnkraut und im niedrigen Gebüsch. Dort warten sie auf ein Opfer – das können Spaziergänger, Jogger oder Hunde sein. Wer also den Waldweg verlässt oder sich auf einer Bank ausruht, der läuft Gefahr, gestochen zu werden. „Sportler, die auf der grünen Wiese rasten, leben besonders gefährlich. Denn Schweiß zieht Zecken magisch an“, sagt Amtsarzt Dr. Roland Staudt.
Schutz und Erste Hilfe
Hier helfen z. B. in der Apotheke erhältliche Mittel zum Einreiben der Haut, die den Menschen geruchmäßig für Zecken „unattraktiv“ machen. „Wer eine Zecke an seinem Körper entdeckt, sollte sie möglichst schnell mit einer Pinzette, einem Zeckenhebegerät oder den Fingern aus der Haut heraushebeln, um das Übertragungsrisiko von Krankheitserregern zu verringern“, rät Dr. Staudt.
Aber Achtung: Niemals den Leib der Zecke drücken oder quetschen. Das Tier wird dadurch gestresst und leitet den Darminhalt, der Krankheitserreger enthalten kann, durch den Stichkanal in den Körper des Opfers. Auf keinen Fall, so der Kreismediziner, sollte Öl oder Klebstoff auf die Zecke getropft werden.
Hilfe auch beim Arzt
Bleibt beim Heraushebeln ein Teil der Zecke, der als Saugrüssel ausgeformte Stachel oder ein Teil davon in der Haut, sollte er vom Arzt entfernt werden. Auch wenn sich die Stichstelle rötet, ist der Gang zum Arzt ratsam, da das ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion (Borreliose) sein könnte.
Gegen die von Zecken übertragene virale FSME-Erkrankung gibt es eine Schutzimpfung. „Alle, die im Sommer in den Süden Deutschlands oder nach Österreich fahren oder in Südosteuropa, Osteuropa und rund um die mittlere Ostsee Urlaub machen, sollten über eine FSME-Schutzimpfung nachdenken“, sagt Dr. Staudt.
Weitere Informationen und Tipps zu dem Thema gibt der Hausarzt. Er ist auch der erste Ansprechpartner bei einem Zeckenstich, der sich nicht einfach selbst behandeln lässt. PK | PKU
Bürgerintiative fordert für Bergkamen Nutzung des „Klimaschutz Planers“ der EnergieAgentur.NRW
Die Bürgerinitiative „L821n Nein!“ sich ab sofort mit einem weiteren Ziel auseinandersetzen: Bis zum Jahr 2030 soll Bergkamen nur noch so viel Treibhausgase erzeugen, wie sie wieder von der Natur ausgeglichen werden können.
„Der erste Schritt ist eine CO2 Bilanz für Bergkamen, eine Bestandaufnahme, um weitere Maßnahmen abzuleiten“, erklärt der Sprecher der Bürgerinitiative Andreas Worch. Die BI wird, anlehnend an den § 24 Gemeindeordnung NRW und den § 6 der Hauptsatzung der Stadt
Bergkamen, eine Anregung an den Rat der Stadt Bergkamen einreichen.
Das Ziel soll die Nutzung des „Klimaschutz Planers“ der EnergieAgentur.NRW sein. Das Land NRW hat für alle interessierten Kommunen eine Lizenz erworben. „Der bisherige „Energiebericht“ der Stadt Bergkamen greift hier leider zu kurz, da dort nur die öffentlichen Gebäude erfasst werden. Es gibt inzwischen 102 gleichartige Projekte in NRW und somit eine reichhaltige Erfahrung. Die BI möchte aber nicht nur den Ratsbeschluss forcieren, sondern steht auch bei der Umsetzung des Projektes mit Rat und Tat zur Verfügung. Wir würden sehr gerne konstruktiv mitarbeiten“, sagt Andreas Worch.
Lockdown im Kreis Unna: Mehr als jede dritte Firma in Kurzarbeit

Foto: NGG
Mit Kurzarbeit durch die Krise: Im Kreis Unna hat seit Beginn der Coronavirus-Pandemie mehr als ein Drittel aller Unternehmen (36 Prozent) Kurzarbeit angemeldet. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die NGG beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Danach haben bis Ende April 3.051 der insgesamt 8.490 Betriebe im Kreis Kurzarbeitergeld bei der BA beantragt. Zum Vergleich: Zu Beginn der Corona-Krise im März waren es noch 314 Firmen. Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund, spricht von einer „Erschütterung auf dem heimischen Arbeitsmarkt“.
Besonders betroffen ist das Gastgewerbe. „Die Branche liegt seit Wochen weitgehend brach. Gerade kleinere Hotels und Gaststätten kämpfen ums Überleben. Es ist gut, dass die Bundesregierung ein riesiges Rettungspaket für die Unternehmen geschnürt hat. Aber für die Beschäftigten kommt die beschlossene Erhöhung des Kurzarbeitergeldes zu spät“, sagt Gebehart. So steigt das Lohnausfallgeld erst nach sieben Monaten Kurzarbeit auf 80 Prozent (Eltern: 87 Prozent) des Netto-Einkommens. Für Köchinnen, Kellner und Hotelangestellte sei das eine enorme Durststrecke. „Vielen wird nur der Gang zum Sozialamt oder zum Job-Center bleiben“, warnt Gebehart. Eine Mitverantwortung für die Lage trage auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga): Anders als etwa in der Systemgastronomie (u.a. McDonald’s, Starbucks, Nordsee) weigerten sich die Arbeitgeber bis heute, das Kurzarbeitergeld per Tarifvertrag aufzustocken.
Umso wichtiger sei nun, eine Perspektive für die langsame Wiederbelebung des Gastgewerbes zu finden – „vorausgesetzt, der Gesundheitsschutz für Beschäftigte und Gäste ist sichergestellt“. Bei jedem Restaurant, das im Kreis Unna wieder öffnen wolle, müssten die Behörden kontrollieren, ob die Schutzmaßnahmen für die Gäste ausreichen, so die NGG. „Gaststätten, Cafés und Bars sind eigentlich Orte der Geselligkeit. Jetzt müssen die Gäste darauf vertrauen können, dass sich keiner ansteckt“, macht Geschäftsführer Gebehart deutlich.
Um die Beschäftigten optimal vor Infektionen zu schützen, sei eine gründliche Gefährdungsbeurteilung nötig. „Darüber hinaus braucht es ausreichend Personal, das sich neben Küche und Service darum kümmert, dass die Hygiene- und Abstandsregeln wirklich eingehalten werden: Kellnerinnen, die darauf achten, dass Tische und Stühle nicht zusammengeschoben werden. Und ebenso genug Köche in der Küche, damit es keinen Wartestau beim Essen und damit ein zu volles Lokal gibt. Kein Restaurant sollte hier auf Sparflamme kochen, sondern die Wiedereröffnung frühzeitig akribisch planen“, so Gebehart.
Doch bis wieder ein „Stück Normalität“ in die Branche einziehe, bleibe der Schaden für Beschäftigte und Betriebe groß. Nach Angaben der Arbeitsagentur haben bis Ende April bundesweit 751.000 Betriebe Kurzarbeit angemeldet – 115.000 davon im Hotel- und Gaststättengewerbe. Das sind 72 Prozent aller Betriebe der Branche.
Coronavirus: Insgesamt sind im Kreis Unna 625 Menschen infiziert worden
Von Samstag- auf Sonntagmittag sind beim Kreisgesundheitsamt drei weitere Corona-Fälle gemeldet worden, zwei in Lünen und einer in Unna. In Bergkamen hat sich die Zahl der Infizierten nicht erhöht. Insgesamt befinden sich 10 Patienten in stationärer Behandlung. Zwei mehr als noch am Samstag
Zahl der Fälle (aufsummiert)
| 02.05.2020 | 12 Uhr | 03.05.2020 | 12 Uhr | Differenz (+/-) | |
| Bergkamen | 27 | 27 | +0 |
| Bönen | 22 | 22 | +0 |
| Fröndenberg | 150 | 150 | +0 |
| Holzwickede | 25 | 25 | +0 |
| Kamen | 19 | 19 | +0 |
| Lünen | 124 | 126 | +2 |
| Schwerte | 91 | 91 | +0 |
| Selm | 56 | 56 | +0 |
| Unna | 53 | 54 | +1 |
| Werne | 55 | 55 | +0 |
| Gesamt | 622 | 625 | +3 |
Infizierte stationär
| 02.05.2020 | 03.05.2020 | Differenz | |
| Kreisweit | 8 | 10 | +2 |
Gesundete
| 17.04.2020 | 24.04.2020 | 30.04.2020 | |
| Bergkamen | 17 | 20 | 23 |
| Bönen | 11 | 15 | 16 |
| Fröndenberg | 27 | 35 | 40 |
| Holzwickede | 8 | 12 | 16 |
| Kamen | 9 | 10 | 12 |
| Lünen | 48 | 72 | 83 |
| Schwerte | 55 | 61 | 70 |
| Selm | 37 | 40 | 42 |
| Unna | 26 | 33 | 40 |
| Werne | 15 | 19 | 21 |
| Gesamt | 253 | 317 | 363 |
Verstorbene
| Gesamt | |
| Bergkamen | |
| Bönen | |
| Fröndenberg | 16 |
| Holzwickede | 1 |
| Kamen | |
| Lünen | 4 |
| Schwerte | 4 |
| Selm | 2 |
| Unna | |
| Werne | 1 |
| Gesamt | 28 |
Kreis bereitet Öffnung vor: Auch Ausländerbehörde fährt hoch

Die Kreishäuser in Unna und in Lünen sowie die Kommunale Ausländerbehörde öffnen ab Montag, 4. Mai wieder ihre Türen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. So hat der DRK-Kreisverband Unna z.B. ein Zelt vor dem Kreishaus Unna aufgebaut, denn der Kreis möchte die Bürger*innen natürlich „nicht im Regen stehen lassen“.
Das Zelt hilft, die Einlasskontrolle zu organisieren. Wirklich in die Kreishäuser oder in die Kommunale Ausländerbehörde kommen Bürger*innen ohnehin nur mit Mund-/Nasen-Schutz und fest vereinbartem Termin (Ausnahme elektronische Aufenthaltstitel).
Welche Regelungen getroffen wurden und zu beachten sind, ist in einem Infoblatt nachzulesen. Es findet sich im Internet unter https://www.kreis-unna.de/wiedereroeffnung und steht auch zum Download bereit.
Wer mehr rund um die Bekämpfung der Pandemie im Kreis Unna bzw. die aktuelle Lage wissen möchte, kann sich unter www.kreis-unna.de/corona umfassend informieren.
PK | PKU
Laufbegeisterte TuRaner trotz Corona
Am Donnerstag liefen Linn Vogt (U14), Michael Schlösser (M40) und Kerstin Vulpius-Wiese (W30) im Rahmen der Laufinitiative „Lauf in den Mai“ die 5km-Strecke. Dabei lag Linn mit 26:32 Minuten im vereinsinternen Duell eindeutig vorn. Bundesweit belegt sie damit den 4. Platz in der Altersklasse WJ U14. Insgesamt haben beim „Lauf in den Mai“ 2.155 Athleten aus ganz Deutschland teilgenommen.
Ben Kaseja (U14) begab sich zusammen mit seiner Mutter Katrin auf die 7,5km lange Strecke und konnte mit einer tollen Zeit von 55:26 Minuten den zweiten Platz bei den 12- und 13-jährigen Athleten belegen.
Der „Kids Run – Bambini und Schüler“ fand nur einen Tag später statt. Hier schnürten sich sechs TuRaner die Laufschuhe. Die jüngste Sportlerin Emilia Czeranka (U8) lief 2:35 Minuten über 500m. Deutschlandweit waren 494 junge Sportlerinnen und Sportler an diesem Tag über 500m unterwegs.
Ihre drei älteren Geschwister liefen gemeinsam die 1,5km Strecke. Siegerin des Familienduells wurde Johanna Czeranka (U14) mit starken 6:52 Minuten als 15. ihrer Altersklasse, gefolgt von Paulina (U12, 7:23 Minuten) und Leonas (U10, 8:55 Minuten). Linn Vogt verzichtete, trotz schwerer Beine vom Vortag, nicht auf einen Start und kam nach 7:22 Minuten „ins Ziel“.
Zeitgleich mit Johanna wurde Louis Medger 16. der männlichen Jugend U14.
Allen TuRanern haben diese Läufe viel Spaß gemacht, sodass jetzt schon der Termin für den nächsten „Kids Run“ am 01. Juni 2020 im Kalender markiert wurde.
Auch hier hilft die Feuerwehr: Reh hat sich in den Stäben eines Tores eingeklemmt

Um 20:25 Uhr wurde am Samstagabend der Löschzug 1 der Freiwilligen Feuerwehr Werne zu einer Tierrettung in das Sportzentrum am Lindert in Werne alarmiert. Passanten hatten in einem Tor zum Sportzentrum ein eingeklemmtes Reh entdeckt, dass sich nicht mehr selbstständig befreien konnte.
Zunächst wurde das Tier durch einen Trupp gestützt und entlastet. Nach der weiteren Erkundung wurde ein hydraulischer Spreizer vorgenommen, um die Gitterstäbe des Tors etwas zu weiten. Dies reichte, um das verstörte Reh zu befreien. Nach einer kurzen Kontrolle konnte das Tier unverletzt in die Freiheit entlassen werden.
Im Einsatz waren 10 Einsatzkräfte mit drei Fahrzeugen Der Einsatz wurde um 20:50 Uhr beendet.
Zwei weitere Corona-Fälle im Kreis Unna – beide wohnen in Lünen
Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen im Kreis Unna hat sich um zwei auf 622 erhöht. Beide Neu-Infizierten wohnen in der Nachbarstadt Lünen. In Bergkamen ist es bei den 27 bekannten Coronavirus-Fällen geblieben. Drei Patienten aus dem Kreis Unna konnten seit Freitagmittag das Krankenhaus wieder verlassen.
Zahl der Fälle (aufsummiert)
| 01.05.2020 | 12 Uhr | 02.05.2020 | 12 Uhr | Differenz (+/-) | |
| Bergkamen | 27 | 27 | +0 |
| Bönen | 22 | 22 | +0 |
| Fröndenberg | 150 | 150 | +0 |
| Holzwickede | 25 | 25 | +0 |
| Kamen | 19 | 19 | +0 |
| Lünen | 122 | 124 | +2 |
| Schwerte | 91 | 91 | +0 |
| Selm | 56 | 56 | +0 |
| Unna | 53 | 53 | +0 |
| Werne | 55 | 55 | +0 |
| Gesamt | 620 | 622 | +2 |
Infizierte stationär
| 01.05.2020 | 02.05.2020 | Differenz | |
| Kreisweit | 11 | 8 | -3 |
Gesundete
| 17.04.2020 | 24.04.2020 | 30.04.2020 | |
| Bergkamen | 17 | 20 | 23 |
| Bönen | 11 | 15 | 16 |
| Fröndenberg | 27 | 35 | 40 |
| Holzwickede | 8 | 12 | 16 |
| Kamen | 9 | 10 | 12 |
| Lünen | 48 | 72 | 83 |
| Schwerte | 55 | 61 | 70 |
| Selm | 37 | 40 | 42 |
| Unna | 26 | 33 | 40 |
| Werne | 15 | 19 | 21 |
| Gesamt | 253 | 317 | 363 |
Verstorbene
| Gesamt | |
| Bergkamen | |
| Bönen | |
| Fröndenberg | 16 |
| Holzwickede | 1 |
| Kamen | |
| Lünen | 4 |
| Schwerte | 4 |
| Selm | 2 |
| Unna | |
| Werne | 1 |
| Gesamt | 28 |
Neue Coronaschutzverordnung veröffentlicht: Stadt bereitet jetzt Öffnung von Museum, sohle 1 und Spielplätzen vor
Mit der nun veröffentlichen neuen Coronaschutzverordnung ist ab dem 4. Mai 2020 in Nordrhein-Westfalen der Betrieb bestimmter Kultur- und Freizeiteinrichtungen unter strengen Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben wieder möglich. Dazu zählen etwa Museen und Galerien oder Zoologische Gärten und Garten- und Landschaftsparks. Die Beschäftigten des Bergkamener Stadtmuseums und der städtischen Galerie Sohle 1 treffen nun alle Vorbereitungen, damit auch hier wieder zeitnah eine Öffnung erfolgen kann.
Ab Dienstag, 5. Mai, öffnet die städtische Bibliothek wieder für ihre Besucherinnen und Besucher. Der Service ist allerdings noch eingeschränkt, lediglich Ausleihe und Rückgabe sind möglich. Die Öffnungszeiten sind: Dienstag und Donnerstag von 10-12 Uhr und von 14-16 Uhr sowie Mittwoch von 14-16 Uhr.
Spielplätze sollen in Abstimmung mit den Kommunalen Spitzenverbänden nach entsprechender Vorbereitung von den Kommunen ab Donnerstag (7. Mai 2020) wieder geöffnet werden können, zeitgleich zur Wiederaufnahme des Unterrichts für die 4. Klassen in den Grundschulen.
Ebenso hat das Land NRW die Anlage „Hygiene- und Infektionsschutzstandards“ zur Coronaschutzverordnung veröffentlicht. In dieser sind beispielsweise die Regelungen für das Friseurhandwerk in Friseursalons getroffen.
Die ab Montag geltende Coronaschutzverordnung des Landes NRW sowie die dazu gehörende Anlage „Hygiene- und Infektionsschutzstandards“ können auf der Homepage der Stadt Bergkamen www.bergkamen.de eingesehen werden. Beide können aber auch hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden:
2020_05_01_fassung_coronaschvo_ab_04_05_2020
2020_05_01_anlage_hygiene_und_infektionsschutzstandards_zur_coronaschvo_nrw_ab-04_05_2020
1. Mai 2020 in Oberaden: Klein und kämpferisch

In den vergangenen Jahren hatten sich BergAUF und MLPD im Umfeld an den Mai-Kundgebungen mit Info-Ständen beteiligt. Das war am 1. Mai wegen der Corona-Pandemie anders. Die große offizielle Kundgebung war abgesagt worden. Stattdessen hatten BergAUF und MLPD mit anderen Organisationen zu einer weitaus kleineren Kundgebung auf den Museumsplatz in Oberaden eingeladen.
„Mit gut 20 Teilnehmer*innen unter kritisch-freundlicher Beobachtung eines Polizeibeamten, eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung und einiger Anwohner am Museumsplatz, war die Veranstaltung klein und fein und kämpferisch. Die Vorschriften zum Gesundheitsschutz aller Teilnehmer wurden konsequent eingehalten“, zogen die Veranstalter ein erstes positives Resümee
Nach dem zum Auftakt das „Steigerlied“ gesungen wurde, gingen die Redner*innen der verschiedenen Organisationen in ihren kurzen Ansprachen darauf ein, was ihnen vor allem wichtig ist.
Claudia Schewior, Fraktionsvorsitzende von BergAUF im Bergkamener Stadtrat, meinte im Hinblick auf die Zeit der Corona-Pandemie: „Wir werden intensiv darum kämpfen müssen, dass nicht weitere Belastungen für die Kommunen auf die Bevölkerung abgewälzt werden. Unser Forderung nach Schuldenschnitt und Zinsmoratorium ist also aktueller denn je. Aber das bekommen wir nicht geschenkt, alle etablierten Parteien im Rat haben dies abgelehnt.“
In Sachen ‚PCB im Grubenwasser‘ griff sie die „Geheimhalte-Taktik der RAG an und forderte die sofortige Veröffentlichung der Mess-Ergebnisse und den Bau von PCB-Reinigungsanlagen an allen Standorten der Grubenwasser-Förderung. Als Arbeiterin bei Caterpillar in Lünen war ihr auch wichtig, gegen die angedrohten Werksschließungen von CAT in Dortmund, Lünen und Wuppertal gemeinsam den Kampf um jeden Arbeitsplatz zu führen.
Tobias Thylmann als Vertreter der MLPD zeigte vor allem auf, wie sich Corona-Krise und die schon 2018 begonnene Weltwirtschaftskrise durchdringen und warnte davor, nur noch die Corona-Pandemie als Ursache aller Probleme zu sehen. Werner Engelhardt als Sprecher der örtlichen Umweltgewerkschaftsgruppe ging auf den Zusammenhang der Corona-Pandemie und der rasant fortschreitenden Zerstörung unsere Lebensgrundlagen ein: „Mit der Verschärfung der Umweltzerstörung steht die nächste Pandemie praktisch schon vor der Tür. Der Übergang von epidemischen Krankheiten vom Tier auf den Menschen hat sich in den vergangenen 40 Jahren verdreifacht. Vor allem, weil die natürlichen Rückzugsräume der Tiere zerstört werden., etwa die Lebensräume der Fledermäuse, die Coronaviren in sich tragen. Es werden Urwälder zerstört, neue Städte gebaut, wo vorher keine waren.“
Am „offenen Mikro“ wurde die sofortige Schaffung von 300.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen im Gesundheits- und Sozialwesen gefordert sowie die sofortige Auflösung der Massenunterkünfte für Flüchtlinge, die nicht als „Menschen zweiter Klasse“ behandelt werden dürfen.
Den Abschluss bildete das gemeinsame Singen des Liedes „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“, eines der ältesten Arbeiterlieder überhaupt, das auch bei den gewerkschaftlichen Mai-Feiern in Bergkamen seit vielen Jahren traditioneller Schlusspunkt ist.
